Erwartungen/Erfahrungen
1. Allgemeine Erwartungen
Zusammengefasst kann ich festhalten, dass meine Erwartungen an diese Reise im Großen und Ganzen erfüllt worden sind. Insgesamt war der Erholungseffekt der Reise bemerkenswert.
2. Crew
Die Crew hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Barbara und Petra waren engagiert, zuverlässig, diszipliniert, intelligent, humorvoll und gesellig und entsprachen damit dem Ideal einer Crew. Es hat sich als eine richtige Entscheidung herausgestellt, dass wir keine weiteren Personen an Bord nahmen. Mit jeder zusätzlichen Person, die an Bord kommt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass unterwegs Probleme entstehen.
3. Das Schiff
Das Schiff war, obwohl es ein paar Schönheitsfehler hatte, genau so, wie ich es erwartet hatte. Bis auf den Mastbeschlag, den wir bereits verbogen übernommen hatten, war die "Blue Sky" in einem technisch einwandfreien Zustand. Es hat unterwegs keinerlei weitere technische Probleme gegeben.
4. Ausrüstung
Das Schiff war bestens ausgerüstet. Insbesondere der hydraulisch betätigte Autopilot (Raymarine Typ 150/400) hat meine Erwartungen bei weitem übererfüllt. Bei allen Wind- und Wellensituationen hat er das Schiff sicher auf Kurs gehalten.
Schmerzlich vermisst hatten wir dagegen einen SSB-tauglichen KW-Empfänger. Zum einen gibt es im Atlantik verschiedene Amateurfunknetze, in denen auch Wetterinformationen ausgetauscht werden, zum anderen hat auch die Regattaleitung der zeitgleich stattfindenden Atlantic Rally for Cruisers (ARC) in einem eigenen Funknetz ständig über die aktuelle Wetterentwicklung informiert.
Da wir auch bald aus der Reichweite der Navtex-Sender waren, hatten wir auf unserer Reise keinerlei Informationen über die Wetterentwicklung im Nordatlantik.
Unterwegs war der eingebaute GPS-Receiver ausgefallen. Zum Glück hatte ich meine zwei Hand-GPS-Geräte dabei. So gesehen ist auch diese Erwartung eingetreten.
5. Wetter
Auch das Wetter hat meine Erwartungen deutlich übertroffen. Ich glaube aber, dass wir schlicht weg Glück hatten. Durch fehlende Wetterinformationen hätte es sehr leicht passieren können, dass wir in eines der zeitgleich aufgetretenen Strumtiefs (wie z. B. Tropensturm Delta) geraten. Um die fehlenden Informationen zu kompensieren, haben wir versucht, auf der sicheren Seite zu navigieren und sind sehr weit nach Süden gefahren, bevor wir auf Westkurs eingeschwenkt sind.
6. Nahrungsmittel
Die mitgenommenen Nahrungsmittel haben sich wie erwartet gehalten:
| Chinakohl | innerhalb der ersten Woche aufgegessen, noch nicht schlecht |
| Bananen | nach 4 Tagen überreif, nur teilweise gegessen |
| Äpfel | mussten zwar teilweise ausgeschält werden, haben aber vier Wochen durchgehalten |
| Brot/Toast | eingeschweißtes Brot beginnt nach 8 Tagen zu schimmeln |
| Weisskohl | hat ungefähr eine Woche gehalten |
| Möhren | haben ca. eine Woche gehalten |
| Paprika, Tomaten | hielten sich ca.zwei Wochen |
| Apfelsinen, Zitronen | hielten sich in Alufolie eingewickelt vier Wochen |
| Zwiebeln, Knoblauch | haben die ganzen drei Wochen durchgehalten |
| Papaya | haben wir schon nach drei Tagen weggeschmissen |
| Kartoffeln | haben die ganzen drei Wochen durchgehalten |
| Kiwi | waren in der Mitte der zweiten Woche aufgegessen |
Besondere kulinarische Highlights waren die an Bord gebackenen Brote. Jedes Schiff das auf Langfahrt geht, sollte unbedingt einen Backofen und die entsprechenden Zutaten an Bord haben.
